Darlehen Jobcenter

Wissenswertes und Alternativen zum Darlehen vom Jobcenter

Bezieher von Grundsicherung haben Anspruch auf ein Darlehen vom Jobcenter, wenn sie einen sogenannten unabweisbaren Anspruch darlegen und die dafür erforderlichen Mittel nicht anderweitig beschafft werden können. Diese gut gemeinte und grundsätzlich sinnvolle gesetzliche Bestimmung trägt dem Umstand Rechnung, dass es einem Empfänger von Hartz IV oder Arbeitslosengeld II kaum möglich sein wird, Rücklagen für größere Anschaffungen oder unerwartete Reparaturen zu bilden. In der Praxis führt das Darlehen vom Jobcenter aber in vielen Fällen erst recht ins finanzielle Chaos.

Bezahlt wird nur das Notwendigste

Kredit für Arbeitslose

Zunächst gilt es, den Sachbearbeiter vom unabweisbaren Bedarf zu überzeugen. Ein kaputter Kühlschrank oder eine Waschmaschine, die ihre Arbeit eingestellt hat, gehören eindeutig dazu, ein Fernseher sicher nicht. Beim Auto kommt es darauf an, ob es für die Arbeit bzw. die Arbeitssuche gebraucht wird. Außerdem muss es billig sein – mehr als 1.500 Euro darf ein Gebrauchtwagen nicht kosten. Das Jobcenter ist auch nicht zuständig, wenn Sie sich das Geld bereits bei Verwandten oder Freunden geliehen haben und jetzt zurückzahlen möchten. Ihr Bedarf ist bereits gedeckt, Kreditschulden gehen das Jobcenter nichts an.

Leben unterhalb des Existenzminimums

Gehen wir einmal davon aus, das Amt hat ihren Bedarf anerkannt und dem Kreditwunsch zugestimmt. Die gute Nachricht ist, dass das Darlehen zinslos gewährt wird. Das spart viel Geld, denn wenn die Grundsicherung Ihr einziges Einkommen ist, wird jeder andere Kreditgeber wegen des hohen Ausfallrisikos üppige Zinssätze – vermutlich im deutlich zweistelligen Bereich – verlangen. Aber auch ein zinsloses Darlehen vom Jobcenter ist nicht geschenkt, sondern muss zurückgezahlt werden. Die Spielregel dafür lauten wie folgt: Jeden Monat behält das Jobcenter 10 % des Ihnen ansonsten ausgezahlten Regelsatzes ein, und zwar solange, bis das Geld vollständig zurückgezahlt ist. Bei einem Kreditbetrag von 1.500 Euro und dem üblichen Satz von 416 Euro dauert das volle drei Jahre. Drei Jahre, während denen Sie mit 90 % des Existenzminimums auskommen müssen.

Ein Ratenkredit als Alternative

Hier hat das Darlehen vom Jobcenter einen logischen Fehler. Wenn es vorher nicht möglich war, von der Grundsicherung Rücklagen zu bilden, womit soll jetzt die Darlehenstilgung bezahlt werden? Wie schafft es der Bedürftige, jahrelang auf 10 % zu verzichten? Zugegeben, ein anderer Kredit muss auch getilgt werden, außerdem fallen noch Zinsen in erheblichem Umfang an. In der Summe wird er also ganz sicher teurer als die Hilfe des Jobcenters. Dafür gibt es aber wesentlich mehr Spielraum bei der Vertragsgestaltung, zum Beispiel eine längere Laufzeit und ein tilgungsfreier Zeitraum zu Beginn. Nutzen Sie Online-Rechner im Internet, lassen Sie sich von einem seriösen Kreditvermittler beraten oder recherchieren Sie die Möglichkeiten von Privatkrediten. Mit diesen Fakten können Sie entscheiden, ob Sie mit dem zinslosen Darlehen vom Jobcenter oder mit einem regulären Ratenkredit besser bedient sind.

Mehr zum Thema